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1998
Maike ist am 18. März 1998 im Bonner Johanniter-Krankenhaus
geboren. Sie kam mit einer Lippen- Kiefer-Gaumenspalte zur
Welt, mit der wir uns recht schnell "angefreundet" hatten.
Dies lag nicht zu letzt an der hervorragenden
kieferorthopädischen und -chirurgischen Versorgung durch die
Spezialisten der Uni-Kinderklinik ( UKK ) Bonn, die sich
noch am Abend ihrer Geburt um sie gekümmert und ihr eine
Gaumenplatte angepasst haben. Mit Hilfe dieser Gaumenplatte
sollte erreicht werden, dass bis zu den erforderlichen drei
Operationen der Kiefer beim Zusammenwachsen unterstützt
wird. Dies hat auch fantastisch funktioniert.
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In der Nacht vom 20. zum 21.März 1998,
also in der zweiten Nacht ihres Lebens,
wurde sie mit schweren Krämpfen in die
Uni-Kinderklinik Bonn verlegt. Das war -
nach der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte -
der zweite Schock, den wir verarbeiten
mussten.
Während ihres 2-wöchigen stationären
Aufenthaltes wurden dann umfangreiche
Untersuchungen durchgeführt. Hierbei
reihte sich dann eine Hiobsbotschaft an
die andere. Es wurden komplexe
Hirnfehlbildungen,
Wirbelsäulenfehlbildungen, Skoliose,
Blockwirbel,
Augenhintergrundveränderung,
Mikrophthalmus links ( linkes Auge zu
klein , ), Blindheit links durch
abgelöste Netzhaut, fragliche Sehkraft
rechts durch gespaltene Sehnerven sowie
die schon erwähnte LKG-Spalte
diagnostiziert. Das Zusammentreffen all
dieser Einzeldiagnosen stellte die
behandelnden Ärzte einige Zeit vor die
Problematik, eine Diagnose und Prognose
für Maike abzugeben.
Schließlich wurde nach Recherchen im
Internet das Aicardi-Syndrom
gefunden, bei dem die bei Maike
festgestellten Symptome typisch sind.
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Es handelt sich um
ein sehr seltenes
Syndrom, dass
weltweit erst ca.
200 mal beschrieben
wurde. Es tritt
nahezu
ausschließlich bei
Mädchen auf, da es
durch ein
fehlerhaftes
X-Chromosom
hervorgerufen wird.
Es galt also jetzt,
die Diagnose
zu akzeptieren,
da es aufgrund der
genetisch bedingten
Fehlbildungen
keine
Aussicht auf
Besserung bzw. die
Option auf
irgendeine
Operation, die etwas
am Zustand Maikes
hätte ändern können,
gab.
Genau das war es
auch, was uns sehr
geholfen hat. Zu
akzeptieren,
dass sich an Maikes
Zustand nichts
ändern wird. Es
hätte nichts
gebracht, sich in
irgendwelchen
Illusionen zu
verlieren. Maike
wird Zeit ihres
Lebens auf dem Stand
eines Neugeborenen
bleiben.
Wir
haben uns dann
vorgenommen, das
Leben für Maike so
lebenswert wie
möglich zu gestalten
und unser Leben (
auch ihrem Bruder
Jens, 13, zuliebe )
so normal wie
möglich weiter zu
leben. Wir glauben,
das ist uns bis
jetzt auch ganz gut
gelungen.
Mit
einem etwas anderen
Brief haben wir
Verwandte, Freunde
und Bekannte über
Maikes Geburt und
ihren Zustand
informiert. Damit
haben wir gute
Erfahrungen gemacht,
weil alle im Umfeld
dann wussten, wie
sie mit der
Situation umgehen
sollten.
Den
Brief finden Sie als
PDF-Datei
hier.

Maike kurz nach
ihrer Geburt im
April 1998
Kurz vor
Weihnachten, am
22.12.1998, musste
Maike wegen einer
Lungenentzündung in
die UKK Bonn
gebracht werden.
Zunächst wurde auf
einer Normalstation
mit einer Antibiose
begonnen.
Am 23.12.
verschlechterte sich
Maikes Zustand
jedoch drastisch,
sodass sie auf die
Intensivstation
verlegt wurde und
beatmet werden
musste.
Mittlerweile war
klar, dass Maikes
Lungenentzündung
- wie bei vielen
anderen Kindern zu
dieser Zeit auch -
von sogenannten
RS-Viren
hervorgerufen worden
war. Zusätzlich litt
sie auch an einer
bakteriellen
Lungenentzündung,
sodass sie ab
Heiligabend
zusätzlich zur
Beatmungsmaschine an
einen "Rüttler"
angeschlossen wurde.
Dieses spezielle
Beatmungsgerät soll
durch rütteln eine
Schleimlösung in der
Lunge bewirken.
Aber nicht nur die
Lungenentzündung
machte Maike schwer
zu schaffen. Dazu
kamen extreme
Blutdruckschwankungen.
Sobald die Ärzte die
Medikamentengabe
gegen zu hohen
Blutdruck änderten,
fiel der Blutdruck
in Sekundenschnelle
auf viel zu niedrige
Werte und umgekehrt.
Die Ärzte standen
Maikes Zustand
relativ machtlos
gegenüber. Wir
hätten sie um ein
Haar verloren. Aber
sie entwickelte
unheimliche
Kämpferqualitäten
und erholte sich in
ganz kleinen
Schritten, sodass
wir sie am 11.Januar
1999 mit nach Hause
nehmen konnten.
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2003
Am
25.10.2003
hätten wir
Maike
beinahe
erneut
verloren.
Conny war
mit Maike
auf dem Weg
in die
Uni-Kinderklinik
( UKK )
Bonn, weil
sich ihr
Zustand
(Verdacht
auf
Lungenentzündung)
rapide
verschlechtert
hatte, als
sie Maike
nicht mehr
atmen hörte.
Conny hielt
an der
nächsten
Möglichkeit
an und
stellte
fest, dass
Maike
tatsächlich
nicht mehr
atmete. Sie
begann
sofort mit
der
Reanimation
und rief
über Handy
den Notarzt.
Dieser war
Gott sei
Dank auch
sehr schnell
zur Stelle
und setzte
die
Wiederbelebungsversuche
fort. Nach
ca. 15
Minuten
kompletten
Kreislaufstillstands
gelang es
dem Notarzt,
Maike zu
reanimieren.
In der UKK
wurde sie
dann auf der
Intensivstation
weiterbehandelt.
Maike wurde
komplett
beatmet und
" hing "
anfangs an
11
Infusionen.
Ihre
Überlebenschancen
standen sehr
schlecht.
Zudem wusste
niemand, in
welchem
Ausmaß die
Stammhirnfunktionen
durch den
langen
Kreislaufstillstand
in
Mitleidenschaft
gezogen
wurden.
Aber wie
durch ein
Wunder
öffnete
Maike am
Mittwoch,
dem
29.10.2003
wieder die
Augen, fing
in der Folge
wieder
selbstständig
an zu atmen
und erholte
sich von dem
Zwischenfall
wieder
vollständig.
Am
4.11.2003
wurde sie
entlassen.
Unglaublich,
wie schnell
sie sich
erholt
hatte.
Leider hatte
sie am
8.11.2003
einen
Rückfall,
sodass sie
nochmals bis
zum
16.11.2006
in der
Klinik
bleiben
musste.
Auf diesem
Wege möchten
wir uns
nochmals bei
allen Ärzten
und
Schwestern
für die
professionelle
und
liebevolle
Pflege auf "Intensiv
Unten"
bedanken,
ohne die
Maikes
Genesung
nicht so
schnell
geglückt
wäre.
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Die
Fotos zeigen
Maike auf
der
Intensivstation
im Oktober
2003. |
2005
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Am
10.01.2005
wurden Maike
die
Backenzähne
rausoperiert,
da sie
kariös
waren. Die
Backenzähne
sind
eigentlich
nie richtig
durchgekommen,
sondern nur
die
Oberfläche.
Da Maike die
Zähne
sowieso
nicht zu
benutzen in
der Lage
war, stellt
der Verlust
der Zähne
nicht
wirklich
eine
Beeinträchtigung
dar. Die
Operation
erfolgte in
Vollnarkose
und ist gut
verlaufen.
Wie auch
ihre
bisherigen
Operationen,
hat sie auch
diese wieder
"locker"
weggesteckt. |
Am
5.12.2005 ging es
Maike abends wieder
nicht gut, sodass
wir uns auf den Weg
in die UKK machten.
Nach dem letzten
schweren
Zwischenfall 2003
hatten wir uns
vorsorglich eine
Sauerstoffflasche
verschreiben lassen,
um in einer
Krisensituation über
eine Nasenbrille
Sauerstoff geben zu
können. Wir haben
gar nicht erst den
normalen Weg über
die Anmeldung
beschritten, sondern
sind sofort mit
Maike zur
Intensivstation.
Dort angekommen
wurde sie untersucht
und stationär
aufgenommen.
Es
stellte sich in der
Folge heraus, dass
sie wiederum eine
Lungenentzündung
hatte. Am 7.12.
verschlechterte sich
ihr Zustand
zusehends. Die Ärzte
teilten uns im
Verlauf des Abends
mit, dass sie aus
medizinischer Sicht
nichts mehr für
Maike tun könnten.
Es hinge allein von
ihr ab, ob sie die
Nacht überstehe.
Diese Nachricht war
natürlich der
absolute Horror und
wir mussten uns zum
dritten Mal mit
ihrem möglichen Tod
auseinandersetzen.
Die ganze Nacht
hielten wir an ihrem
Bett Wache und
beteten. Die
Sauerstoffsättigung,
der CO2-Gehalt in
Ihrem Blut,
Blutdruck und
Herzfrequenz
befanden sich über
Stunden in einem
äußerst kritischen
Zustand.
Aber
im Laufe der Nacht
zum 8.12.2005
stabilisierte sie
sich in ganz kleinen
Schritten. Für jeden
Prozentpunkt, um den
die
Sauerstoffsättigung
stieg, waren wir
dankbar und starrten
unentwegt auf den
Monitor, um jede
kleine Verbesserung
auch sofort
mitzukriegen.
Maike hatte es
wieder mal
geschafft. Woher sie
diesen unbändigen
Lebenswillen hat,
wissen wir nicht.
Aber sie hat ihn
einfach.
Auf
dem Foto sieht man
Maike am 8. oder
9.12. Ich weiß nicht
mehr genau, wann ich
es gemacht habe.

Wir
wissen natürlich,
dass die nächste
derartige Krise die
letzte sein kann,
weil ihre
Lungenbelüftung
aufgrund der
Skoliose (
Wirbelsäulenverkrümmung
) ohnehin wesentlich
schlechter ist, als
bei gesunden
Kindern. Aber bis
dahin dauert es
hoffentlich noch
sehr lange.
Den
bisherigen Herbst
und Winter 2006/2007
hat sie jedenfalls
bisher bestens
gemeister. |
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