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Das Syndrom wurde 1969 von Aicardi beschrieben. Unter
dem Aicardi-Syndrom versteht man ein Krankheitsbild, dass durch eine
Fehlbildung des Gehirns sowie der Augen gekennzeichnet ist.
Charakteristisch für das Aicardi-Syndrom ist ein angeborener Mangel des
Corpus callosum mit Chorioretinopathie sowie das Auftreten epileptischer
Anfälle.
Das Corpus callosum, im Deutschen als Balken bezeichnet, ist
eine quer verlaufende Faserverbindung zwischen beiden Großhirnhälften.
Es verbindet gleiche Teile der rechten und der linken Großhirnhälfte
miteinander und ermöglicht die gleichzeitige Funktion beider
Großhirnhälften. Als Chorioretinopathie bezeichnet man eine Erkrankung
der Aderhaut und der Netzhaut des Auges, die die Folge einer frühen
Entwicklungsstörung der Augenanlage in der Embryonalentwicklung ist.
Häufig liegt gleichzeitig auch eine Spaltbildung der Iris vor, die mit
bloßem Auge als Ausläufer der Pupille sichtbar ist.
Sowohl der Balkenmangel als auch die Chorioretinopathie können
getrennt voneinander auftreten. Ein isolierter angeborener Mangel des
Corpus callosum ist nicht zwingend mit einer gestörten Hirnfunktion
verbunden. Es handelt sich häufig um eine Zufallsdiagnose. Die Funktion
des Corpus callosum wird dann von anderen Faserverbindungen übernommen.
Die Symptome einer Chorioretinopathie hängen davon ab, welche Abschnitte
des Augenhintergrundes von der Erkrankung betroffen sind. Ist die Makula,
die Stelle des schärfsten Sehens, betroffen, können schwere Sehstörungen
die Folge sein. Je weiter entfernt von der Makula Veränderungen
auftreten, umso geringer ist die Sehstörung. Häufig sind Patienten
selbst mit großen Veränderungen in der Peripherie subjektiv
beschwerdefrei.
Man vermutet, dass es sich beim Aicardi-Syndrom um eine Erbkrankheit
handelt, wobei der Gendefekt auf einem X-Chromosom liegen soll. Bei
Knaben soll sich dieser Gendefekt als Letalfaktor auswirken, dass
bedeutet, das Knaben mit diesem Gendefekt nicht lebensfähig sind.
X-linked rezessive Erkrankung mit neurologischen und
ophthalmologischen Veränderungen sowie Corpus-callosum-Agenesie
Häufigkeit: sehr selten, ca. 200 Fälle weltweit beschrieben. Beginn in
den ersten Lebensmonaten mit Krämpfen
X-chromosomal dominant mit letalem Ausgang bei homocygoten Männern,
Chromosom Xp22. Weiblich >> männlich ( nur 2x beschrieben )
Neurologisch: Myoklonische Krämpfe, BNS-Krämpfe,
psychomotorische Retardierung, schwere geistige Retardierung. Hypotonie,
Microcephalie, Plagiocephalie
Augen: Lakunäre Chorioretinopathie - ovoid oder
circulär. Ein- oder beidseitige Mikrophtalmie. Persistierende
Pupillenmembran. Kolobom des Nervus opticus oder choroid. Amaurosis.
Skelett: Wirbelsäulendefekte, Skoliose, Rippenanomalie.
Hepatoblastom
EEG: periodische asynchrone Entladungen über beiden
Hemisphären, keine Hypsarrhythmie.
MR, CCT: partielles oder komplettes Fehlen des Corpus Callosum. Weitere
Malformationen möglich ( Dandy-Walker, corticale Ektopie/Heterotopie,
Plexus chor.-Papillom, Polymicrogyrie, Ventrikulomegalie.. )
Elektroretinogram normal mit fehlender Pupillenreaktion.
Supportiv: Antikonvulsiva. Keine kausale Therapie möglich, adjuvant
Physiotherapie
Lebenserwartung ca. 5 Jahre, progressive psychomotorische
Retardierung, herabgesetztes Sehvermögen.

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